Virtual Reality Kino im Operationssaal

Mit PaneoVR können Kliniken Videoinhalte in einem adaptiven virtuellen Kinosaal gezielt einsetzen, um Patientinnen und Patienten im OP-Kontext zu beruhigen, abzulenken und die Akzeptanz regionalanästhesiologischer Verfahren zu stärken.

Das Projekt wurde vom Klinikum Lippstadt initiiert und durch die wfg Kreis Soest als regionale Innovations- und Transferinitiative unterstützt. Paneoverse steht dabei als Implementierungspartner auf technologischer Seite zur Verfügung und bringt mit PaneoVR ein Werkzeug ein, das sich unkompliziert in bestehende Abläufe integrieren lässt. Durch die einfache Handhabung kann das System ohne dauerhaftes technisches Fachpersonal eingesetzt werden, bietet gleichzeitig aber die Möglichkeit, Inhalte individuell auf Zielgruppen, Eingriffe oder persönliche Bedürfnisse abzustimmen – insbesondere auch hygienisch unbedenklich durch Fernsteuerungsmöglichkeit.
Die virtuelle Kinoleinwand bleibt dabei nicht statisch, sie richtet sich automatisch am Blickfeld der Patientin oder des Patienten aus und kann so auch bei Lageveränderungen während des Eingriffs präsent und gut sichtbar bleiben.

Innherhalb der VR-Brille befindet sich die Patient*in in einer 360°-Sphäre und kann gewöhnliches Videomaterial schauen.

So entsteht ein immersiver Schutz- und Rückzugsraum, in den Patientinnen und Patienten gefahrlos eintauchen können. Gerade bei Eingriffen, bei denen aus medizinischer Sicht eine Regional- oder Lokalanästhesie möglich ist, kann PaneoVR dazu beitragen, Anspannung, Unsicherheit und das unmittelbare Erleben der OP-Situation zu reduzieren. Damit unterstützt das System nicht nur eine angenehmere Patientenerfahrung, sondern kann perspektivisch auch die Akzeptanz schonender Anästhesieverfahren stärken.

Die VR-Brille bietet unabhängig von den räumlichen Möglichkeiten des OP Saals einen immersiven Kinosaal als Rückzugsort.
Der Pilot des neuen VR-Konzepts ist durch die gemeinsame Arbeit des Klinikums Lippstadt, der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH und Paneoverse e.K. erfolgreich durchgeführt worden

Evaluiert und bereit für den nächsten Schritt

Über einen Zeitraum von rund sechs Monaten wurde das Konzept im realen OP-Betrieb des Klinikums Lippstadt mit 14 Mitarbeitenden und 17 Patient*innen zwischen 31 und 89 Jahren erprobt. Dabei zeigten sich nahezu durchweg positive Rückmeldungen: Patientinnen und Patienten berichteten von einer spürbaren Angstreduktion während der Eingriffe, die sich auch in einer entspannteren Herzfrequenz widerspiegelt. Auch dass (bei Möglichkeit) die Technik wiederholt in Anspruch genommen werden würde, wurde von fast allen Befragten mit deutlicher Zustimmung bestätigt. Die Erfahrungen aus der Pilotphase zeigen, dass immersive VR-Anwendungen für den OP-Zweck nicht nur technisch um- und einsetzbar sind, sondern auch einen konkreten Beitrag zu einer angenehmeren Patientenerfahrung leisten können.

Auch die hygienische Einbindung in den OP-Alltag wurde praktisch überprüft. Im Rahmen einer mikrobiologischen Umgebungsuntersuchung der im Anästhesiebereich eingesetzten VR-Brille wurden unter anderem Halteband und Innenbereich beprobt. Das Ergebnis: kein Keimwachstum; die Proben waren aus mikrobiologischer Sicht nicht zu beanstanden. Damit liegen erste belastbare Praxiserfahrungen dafür vor, dass der Einsatz von VR-Technik im OP-Kontext bei geeigneter Aufbereitung und Einbindung in die klinischen Abläufe hygienisch realisierbar ist.

Verantwortlich

Klinikum Lippstadt
Monika Cilensek, Leitung Anästhesiepflege
Marion Gottbrath, Stellv. Leitung Anästhesiepflege

Wirtschaftsförderung Kreise Soest GmbH
Benedikt Meyer zu Teenhausen | benedikt.mzt@wfg-kreis-soest.de

PaneoVR / Paneoverse e.K.
Leonard Meyer | leonard.meyer@paneovr.de